Garantiert fix und fertig: Mit diesem Slogan wirbt die Firma Bautec auf der eigenen Webseite. Seit 60 Jahren bietet sie sich als Partnerin für Architektur und Baumanagement an. Der Schwerpunkt liegt beim Hausbau – und da ist viel Flexibilität gefragt.


«Die goldenen Zeiten aus den Siebzigerjahren sind vorbei», sagt Manfred Gubler, Geschäftsleiter und Verwaltungsrat der Bautec AG. Allein schon an diesem Satz ist erkennbar, dass er darum bemüht ist, transparent zu kommunizieren. Das Unternehmen musste sich in den 60 Jahren seines Bestehens einige Male dem sich verändernden Marktumfeld anpassen. Heute beschäftigt die Firma mit Hauptsitz in Busswil im Kanton Bern rund 20 Angestellte. Einige davon treffen wir bei unserem Besuch in ihren Büros an. «Viele, vor allem Mitarbeitende aus der Bauleitung, sind unterwegs», erklärt der Chef mit Blick auf Stühle und Tische, die an diesem Tag leer bleiben. Zudem nutzten manche die Möglichkeit des hybriden Arbeitens und seien im Homeoffice. Der enge Kontakt mit Handwerkern und vor allem mit den Bauherrschaften werde trotzdem gehalten. «Man trifft sich regelmässig auf der Baustelle und tauscht sich aus.»
Budgetieren, offerieren, projektieren
Vom Genfer- bis zum Bodensee hat das Unternehmen in der 60-jährigen Firmengeschichte mehr als 5000 Häuser gebaut. Auf unserem Rundgang am Bautec-Hauptstandort Busswil treffen wir Projektleiter Ralph Hugelshofer, der gerade dabei ist, die Kubatur eines geplanten Ersatzneubaus am Zürichsee zu berechnen. «Kreativität und Kundenkontakt», sagt er, gefielen ihm an seinem Job am besten. Sein Arbeitsalltag ist abwechslungsreich: Er budgetiert und offeriert, übernimmt für die Bauherrschaften aber auch Vorabklärungen bei Behörden von Gemeinden und Kantonen. Hugelshofer kommuniziert als Projektleiter mit Anlieferern wie dem Elektrizitätswerk sowie der Wasserversorgung und kümmert sich auch um den Anschluss an das Glasfasernetz. Wichtig ist ihm im Alltag neben der Abwechslung auch die Atmosphäre im Betrieb: «Früher habe ich jahrelang in Grossunternehmen gearbeitet», sagt er. «Das hier ist ein Familienbetrieb. Hier herrscht eine angenehme Atmosphäre mit kurzen Wegen und schnellen Entscheidungen.»
Wachsende Herausforderungen
Die Geschicke der Bautec AG leitet seit den Anfängen die Familie Gubler. Manfred Gublers Vater Friedrich gründete die Firma 1965 zusammen mit Ulrich Streit. Die beiden Architekten spezialisierten sich auf Einfamilienhäuser zum Festpreis, deren Bau sie als Generalunternehmer betreuten. Den Fixpreis bietet die Bautec AG heute nach wie vor an. Sonst hat sich aber vieles verändert. Wenn man Manfred Gubler zuhört, gewinnt man den Eindruck, früher sei manches einfacher gewesen. »Damals zog man einfach einen Plan aus der Schublade. Herr Meier baute genauso wie Herr Müller», erklärt er mit einem Augenzwinkern. Diese Zeiten sind vorbei und die Herausforderungen gewachsen. «Das Bauen ist sehr viel individueller geworden», hält der Geschäftsleiter fest. Zudem seien die Anforderungen durch die Bauvorschriften und die geringere Verfügbarkeit von Landreserven komplexer geworden. «Heute muss jedes Objekt detailliert auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt werden.»
Grosse Musterausstellung
Manfred Gubler kam im selben Jahr zur Welt, in dem sein Vater die Firma gründete. Wie schon sein Vater studierte auch er Architektur. Anfang der Neunzigerjahre trat er ins Unternehmen ein. «Bei allen Veränderungen liegt unsere Kompetenz noch immer beim Wohnungsbau», sagt der Chef. Der Schwerpunkt verlagere sich jedoch allmählich – von Einfamilienhaus-Neubauten zu Renovationen und Umbauten sowie zu Mehrfamilienhäusern. Traditionell bietet die Bautec AG drei unterschiedliche Konstruktionssysteme an: Einschalenmauerwerk mit Aussendämmung, Zweischalenmauerwerk oder Holzelemente. Beim Innenausbau, sagt Manfred Gubler, seien unzählige Varianten umsetzbar. «Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.» Als Unterstützung für die Bauherrschaften verfügt der Betrieb über viele Parkett-, Holztäfer-, Keramikplatten- oder Wandabrieb-Muster. Ein Teil davon ist im Massstab 1:1 verbaut und wird in einer grossen Musterausstellung gezeigt.
Manchmal kommen Bauherrschaften mit eigenen Skizzen und mit bereits sehr konkreten Vorstellungen, manchmal wird das Projekt von A bis Z gemeinsam erarbeitet. «Das Kreative und das Entwerfen» sind denn auch die Arbeitsschritte, die Architektin Anja Senti am meisten gefallen. Als wir auf dem Rundgang ihr Büro betreten, ist sie gerade dabei, die Offerte für ein Mehrfamilienhaus mit Büroeinheiten zu finalisieren. Anja Senti hat bei der Bautec AG eine Arbeit gefunden, die sich optimal mit ihrer momentanen Lebenssituation vereinbaren lässt. Die Sportschützin ist Weltmeisterin in zwei Disziplinen und absolviert als Profisportlerin ein intensives Trainingsprogramm. Bei Bautec ist sie in einem 50-Prozent-Pensum mit Jahresarbeitszeit tätig, was ihr erlaubt, Sport und Beruf unter einen Hut zu bringen.
Rund 200 Referenzobjekte
Das Unternehmen verfügt neben dem Hauptsitz über zwei weitere Standorte in Etoy im Kanton Waadt und Buchs im Aargau. Am Hauptstandort bietet die Firma momentan eine KV- und eine Zeichner-Lehrstelle an. Manfred Gubler sagt: «Seit Jahrzehnten bilden wir Leute aus, die oft auch lange im Unternehmen bleiben. Ein Mitarbeiter etwa absolvierte bei uns die Lehre, wechselte kurzzeitig in einen anderen Betrieb, kehrte zurück und wurde bei Bautec pensioniert.»
Auch unter den Bauherrschaften gibt es viele, die dem Unternehmen über Jahre die Treue halten. Das zeigt sich daran, dass die Firma über eine Liste mit rund 200 Adressen von Referenzobjekten verfügt, die besichtigt werden können. Die Bautec AG vermittelt den Kontakt zwischen ehemaligen und zukünftigen Bauherrschaften, damit sich Interessierte ein realistisches Bild von ihrem gewünschten Haus machen können. «Auch mein persönliches Eigenheim steht auf Anmeldung für Begehungen zur Verfügung», versichert Manfred Gubler. Er kennt diese Art der Besichtigungen schon sehr lange. «Ich erinnere mich, dass wir in meiner Kindheit an den Wochenenden oft Besuch von Bauinteressierten hatten!»


Mehr Informationen zu den Themen Baune, Wohnen, Haus und Garten gibt es in der Ausgabe 6/25 vom Magazin DAS EINFAMILIENHAUS.
Text: Rebekka Haefeli, Fotos: Gaëtan Bally
aus dem Magazin: Das Einfamilienhaus, Zeitschrift Nr. 6/2025