Lange Gesichter bei Langfingern

Viele Bauherren und Hausbesitzer sind zu sorglos, wenn es um den Schutz ihres Eigentums vor Einbrechern geht. Dabei ist es gar nicht so schwer, die eigenen vier Wände nachhaltig sicher zu machen.

Symbolbild: Ohne wirksamen Einbruchschutz haben Täter oft leichtes Spiel.
Symbolbild: Ohne wirksamen Einbruchschutz haben Täter oft leichtes Spiel.

Die Schweiz gilt im internationalen Kontext als friedliches und sicheres Land. So belegte die Eidgenossenschaft im Global Peace Index 2026 des Institute for Economics & Peace in Sydney Platz drei bei insgesamt 163 gewerteten Ländern. Der Alltag stellt sich jedoch nicht immer so schön dar. So verzeichnet die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 13 833 Einbrüche in Mehrfamilienhäuser und 6973 Einbrüche in Einfamilienhäuser. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von 5,1 beziehungsweise 9,8 Prozent. Noch dramatischer ist die Zunahme der Einbruchsdelikte im Vergleich zum Jahr 2023 mit fast 22 Prozent bei beiden Hausarten.

Die Schweizer Kriminalprävention (SKP) verweist darauf, dass Ganoven gern den Weg des geringsten Widerstands gehen. Demnach finden mehr als 75 Prozent der Einbrüche durch Türen und Fenster statt. Wohnhäuser werden bevorzugt tagsüber heimgesucht, da dann die meisten Menschen bei der Arbeit, beim Einkaufen oder beim Sport sind. Anders bei Läden, Büros und Lagerhallen: Diese sind vor allem nachts bei Einbrechern beliebt, wenn kein Betrieb mehr herrscht. Ganoven sind scheu und wollen möglichst niemandem bei der Verrichtung ihrer Tätigkeit begegnen. Die Bevorzugung von Fenstern und Terrassentüren kommt daher, dass die Kriminellen in den meisten Fällen nur mit Schraubenzieher oder Stemmeisen hantieren – Werkzeuge, die sich unauffällig transportieren lassen. 

Ein Bündel an Massnahmen 
Um das Eigenheim wirksam zu schützen, empfiehlt sich ein dreistufiges Sicherheitskonzept. Am Beginn steht das eigene Verhalten. Fenster sollten stets geschlossen werden, wenn das Haus verlassen wird. Denn gekippte Fenster sind offene Fenster und somit eine Einladung an Ganoven. Nicht nur die Haustüre, auch Keller- und Terrassentüren müssen unbedingt abgeschlossen werden. Pflegen Sie Ihre Nachbarschaften. Ein intaktes soziales Umfeld ist besonders in Ferienzeiten von grossem Vorteil, wenn die Nachbarn bei eigener Abwesenheit immer mal einen Blick auf Haus und Garten werfen. Und auf den Briefkasten: Denn wenn dieser überquillt mit Post und Zeitungen, ist das geradezu eine Einladung für Einbrecher. Übrigens: Posten Sie nicht allzu sorglos Fotos aus Ihrem Urlaub. Soziale Medien sind bei Langfingern eine beliebte Informationsquelle. 

Die zweite Stufe im Sicherheitskonzept besteht aus mechanischen Sicherungsmassnahmen. Extrem wichtig ist ein erhöhter Schutz von Haustüren und Fenstern durch Mehrfachverriegelung (Pilzkopfzapfen), Zusatzriegel, Gitter et cetera. Auch gern vernachlässigte Nebentüren wie zum Beispiel die Keller- oder Terrassentüren sollten so ausgestattet sein, dass sie Tätern den Zugang zum Haus so schwer wie möglich machen. Fenster- und Glastürgriffe sollten abschliessbar sein. Scheiben können aus Verbundsicherheitsglas bestehen oder mit einer Spezialfolie geschützt werden. Diese hält das Glas einer zu Bruch gegangenen Fensterscheibe zusammen und verhindert so den Zugriff auf den Fensterbeschlag. Sicherheitsexperten empfehlen Bauherren, Produkte der Widerstandsklasse 2 oder sogar 3 einbauen zu lassen (RC2 oder RC3, Abkürzung für Resistance Class). RC2 bedeutet, dass ein Gelegenheitseinbrecher mit einfachem Werkzeug mindestens drei Minuten braucht, um in das Objekt einzudringen, bei RC3 sind es fünf Minuten unter Einsatz von massiverem Werkzeug. Das dürfte so abschreckend sein, dass der Einbruchversuch abgebrochen wird. 

Das Haus soll stets bewohnt aussehen 
Die dritte Stufe im Sicherheitskonzept schliesslich besteht in elektronischen Sicherheitsprodukten und -systemen. Hierzu zählen Bewegungsmelder, Licht, eine Video-Türsprechanlage oder Alarmanlagen. Sinn dieser Helfer ist es, dem Einbrecher die Gelegenheit zu nehmen, unentdeckt sein Werk zu verrichten. Der Aussenbereich kann nachts dauerhaft beleuchtet werden, oder aber ein Bewegungsmelder aktiviert bei Bedarf eine oder mehrere Leuchten. Licht ist auch im Innern des Hauses wichtig. Per Zeitschaltuhr lässt sich die Beleuchtung in der Wohnung so programmieren, dass verschiedene Lichtquellen jeden Tag zu einem anderen Zeitpunkt angehen. Das ist besonders wichtig in Urlaubszeiten, denn auf diese Weise sieht das Haus trotz Abwesenheit bewohnt aus. 

Auch die Hauseingänge sollten gut ausgeleuchtet sein. Mit einer Video-Türsprechanlage kann man zudem an der Innenstation prüfen, wer da geklingelt hat. Ein Speicher ermöglicht es dem Hausbesitzer zudem, auch nachträglich noch festzustellen, wer wann an der Tür war. Videokameras am und rund ums Haus ergänzen das Sicherheitsangebot, indem sie die Personen erfassen, die sich im Aussenbereich aufhalten. Dabei sind allerdings die Datenschutzvorschriften einzuhalten.

Mit einem Tastendruck werden alle Lichter ausgeschaltet und der Status der Fenster überprüft. Sensoren schlagen Alarm, wenn Fenster- und Türen aufgebrochen werden. www.meimo.ch
Mit einem Tastendruck werden alle Lichter ausgeschaltet und der Status der Fenster überprüft. Sensoren schlagen Alarm, wenn Fenster- und Türen aufgebrochen werden. www.meimo.ch

Mit einem Tastendruck werden alle Lichter ausgeschaltet und der Status der Fenster überprüft. Sensoren schlagen Alarm, wenn Fenster- und Türen aufgebrochen werden. 

Meimo

Ein smartes Zutrittssystem erlaubt die Haustürüberwachung auch aus der Ferne. www.loxone.com
Ein smartes Zutrittssystem erlaubt die Haustürüberwachung auch aus der Ferne. www.loxone.com

Ein smartes Zutrittssystem erlaubt die Haustürüberwachung auch aus der Ferne. 

Loxone

Mit einem Tastendruck werden alle Lichter ausgeschaltet und der Status der Fenster überprüft. Sensoren schlagen Alarm, wenn Fenster- und Türen aufgebrochen werden. www.meimo.ch
Mit einem Tastendruck werden alle Lichter ausgeschaltet und der Status der Fenster überprüft. Sensoren schlagen Alarm, wenn Fenster- und Türen aufgebrochen werden. www.meimo.ch

Urlaubspost in sozialen Medien können ungebeten Gäste anlocken. 

Abus

Elektronische Schliessanlagensystem sind eine praktische Alternative zum herkömmlichen Schlüssel. www.assaabloy.ch
Elektronische Schliessanlagensystem sind eine praktische Alternative zum herkömmlichen Schlüssel. www.assaabloy.ch

Elektronische Schliessanlagensystem sind eine praktische Alternative zum herkömmlichen Schlüssel. 

Assa Abloy

Gerade bei grossen Glasflächen bieten eine stabile Rahmenkonstruktion, Verbundsicherheitsglas, verdeckt liegende Mehrpunktverriegelungen, abschliessbare Griffe und spezielle Führungsschienen hohen Schutz. www.sunflex.ch
Gerade bei grossen Glasflächen bieten eine stabile Rahmenkonstruktion, Verbundsicherheitsglas, verdeckt liegende Mehrpunktverriegelungen, abschliessbare Griffe und spezielle Führungsschienen hohen Schutz. www.sunflex.ch

Gerade bei grossen Glasflächen bieten eine stabile Rahmenkonstruktion, Verbundsicherheitsglas, verdeckt liegende Mehrpunktverriegelungen, abschliessbare Griffe und spezielle Führungsschienen hohen Schutz. 

Sunflex

Smarte Systeme vernetzen ­mehrere Komponenten wie Bewegungsmelder und Alarmanlage. www.rademacher.de
Smarte Systeme vernetzen ­mehrere Komponenten wie Bewegungsmelder und Alarmanlage. www.rademacher.de

Smarte Systeme vernetzen ­mehrere Komponenten wie Bewegungsmelder und Alarmanlage.

Rademacher

Beratung und Tipps für ein sicheres Zuhause 
Bauherren, die sich in der Planungsphase befinden, haben die Möglichkeit, sich an die Beratungsstellen der kantonalen Polizei oder an den Verein Sicheres Wohnen Schweiz zu wenden, um sich von Fachleuten individuell beraten zu lassen. 

Wertvolle Informationen finden sich auch bei der Schweizerischen Kriminalprävention. Vor allem die Broschüre «Riegel vor! 7 Tipps, wie Sie Ihr Heim gegen Einbrecher schützen sollten» bietet hilfreiche Tipps.

Sicheres Wohnen Schweiz

Schweizerische Kriminalprävention

Der komplette Beitrag mit weiteren Tipps gibt es in der Ausgabe 5/26 vom Magazin DAS EINFAMILIENHAUS zu lesen.

Text: Joachim Hoffmann
aus dem Magazin: Das Einfamilienhaus, Zeitschrift Nr. 5/2026

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