Wie entsteht ein Kochfeld, das sowohl alltagstauglich als auch poetisch ist? Im Gespräch geben Thomas Gardner von Electrolux und Aurel Aebi vom Atelier Oï Einblicke in den kreativen Prozess hinter dem neuen Induktionskochfeld «SaphirMatt».


Wie inszeniert man Haushaltsgeräte?
Aurel Aebi: Als Architekt versuche ich, ein Gerät in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. Wenn ich zum Beispiel an das neue Kochfeld SaphirMatt von Electrolux denke, sehe ich diese mattschwarze, kratzfeste Oberfläche, deren Qualität aus dem Kern des Materials selbst stammt. Ihre Horizontalität und ihre weiche, graue Textur erinnern mich an eine Wasserfläche. Es fügt sich wie eine organische Bewegung, ein Element zwischen Natur und Design, in den Küchenraum ein.
Was für ein Koch sind Sie privat?
Thomas Gardner: Ich durchlaufe intensive kulinarische Phasen. Das Backen von Brot kann mich monatelang beschäftigen. Dann widme ich mich der nächsten Obsession: Pizzateig zum Beispiel. Im Moment ist es die Pilzzucht. Jedes Mal rüste ich mich entsprechend aus. Glücklicherweise dient mir mein Beruf als Entschuldigung für die Beschwerden meiner Frau und meiner Kinder (lacht).
Ist das nicht genau das, was man unter
Design Thinking versteht?
Aurel Aebi: Absolut. Unsere tägliche Arbeit besteht darin, zu entwerfen, zu verwerfen und von vorne zu beginnen. Durch wiederholte Versuche, ob erfolgreich oder nicht, bringen wir Thomas Gardner: Ich verbringe viel Zeit in Facebook-Gruppen zum Thema Kochen, um herauszufinden, was die Leute interessiert und was ihnen fehlt. Wir stützen uns auf Umfragen und zahlreiche Tools, um ihre Bedürfnisse zu verstehen, bevor wir unsere ersten Ideen vorstellen, ganz zu schweigen von den vier oder fünf Entwürfen, die schliesslich der Geschäftsleitung vorgelegt werden.
Gibt es konkrete Beispiele bei Electrolux?
Thomas Gardner: Um unsere Kühlschränke umweltfreundlicher zu machen, haben wir eine Innenverkleidung aus recyceltem Kunststoff getestet. Wir fragten uns, wie die graue Farbe des Materials wahrgenommen werden würde. Nun, abgesehen vom Argument der Nachhaltigkeit gefiel das Aussehen – einige waren sogar bereit, dafür mehr zu bezahlen.
Wir haben auch festgestellt, dass der erste Kratzer auf der glänzenden Oberfläche eines hochwertigen Kochfelds alle verärgerte... Das hat uns motiviert, das saphirmatte Glas zu entwickeln, das gegen solche Kratzer resistent ist.
Was muss eine Küche haben, um wirklich praktisch
zu sein?
Thomas Gardner: Zwei Backöfen – man wird schnell süchtig danach. Und eine tiefe Arbeitsfläche. Ich wohne im Zentrum von Stockholm, wo die Wohnungen klein sind: Durch die Vergrösserung der Tiefe auf 90 cm lassen sich alle Geräte griffbereit verstauen.
Aurel Aebi: Ich mag es, wenn das Kochfeld eben ist, das ist einfacher zu reinigen. Um den emotionalen Aspekt des Kochens zu betonen, könnte man an den Ursprung des Feuers erinnern, zum Beispiel durch die Darstellung einer flackernden Flamme.
Mehr Inspirationen für die Küche gibt es in der Ausgabe 3/26 vom Magazin DAS EINFAMILIENHAUS.
Interview: Corine Stübi
aus dem Magazin: Das Einfamilienhaus, Zeitschrift Nr. 3/2026